Stellungnahme
Stellungnahme zur aktuellen Studie über institutionellen Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt in der DPSG
Die bereits seit Längerem veröffentlichten Studien zu institutionellem Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt in beiden christlichen Kirchen, Vereinen und Jugendorganisationen machen betroffen und zeigen deutlich, wie wichtig Prävention, Aufmerksamkeit und klare Strukturen im Kinder- und Jugendbereich sind.
Die heutige Veröffentlichung der wissenschaftlichen Untersuchung zu institutionellem Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt in der DPSG veranlasst uns zu dieser Stellungnahme und der klaren Aussage:
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat für uns in unserem Stamm und als Gruppierung der DPSG oberste Priorität!
Berichte über Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt erschüttern und machen deutlich, welches Leid Betroffene erfahren haben. Unsere Gedanken sind bei allen Menschen, die solche Erfahrungen machen mussten. Ihnen gilt unser Mitgefühl und ihnen gilt unsere Anerkennung für den Mut, darüber zu sprechen. Wir nehmen das Ergebnis dieser Studie sehr ernst. Gleichzeitig ist es uns wichtig zu betonen, dass wir uns im Stamm bereits seit einigen Jahren aktiv und verbindlich mit Maßnahmen zur Prävention von institutionellem Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt auseinandersetzen.
Prävention bei uns im Stamm
Ein zentrales Element unserer Arbeit ist unser Institutionelles Schutzkonzept (ISK). Es legt verbindliche Standards für Nähe und Distanz, Grenzen, die Wahrung der Intimsphäre, Verantwortlichkeiten sowie den Umgang mit „Macht“ fest. Alle Leiterinnen und Leiter verpflichten sich ausdrücklich und schriftlich auf die Einhaltung dieses Schutzkonzepts.
Link zum Institutionellen Schutzkonzept (ISK): Link
Darüber hinaus ist das Thema Gewaltprävention fest in der Ausbildung unserer Leiterinnen und Leiter verankert. Im Rahmen der Modulausbildung der DPSG nehmen alle Verantwortlichen an Vertiefungsschulungen teil:
Baustein 2d „Gewalt gegen Kinder und Jugendliche: Sensibilisierung und Intervention“
Baustein 2e „Gewalt gegen Kinder und Jugendliche: Vertiefung und Prävention“
Diese Module sind für alle Leiterinnen und Leiter verpflichtend zu absolvieren, unabhängig davon, ob Sie an der Modulausbildung teilnehmen oder nicht. Ziel ist es, für Grenzverletzungen zu sensibilisieren, Handlungssicherheit zu vermitteln und präventiv zu arbeiten.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil unseres Präventionskonzeptes ist die Verpflichtung aller Leiterinnen und Leiter, ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen. Diese Überprüfung ist für uns eine verbindliche Voraussetzung für die Mitarbeit im Verband und die Teilnahme an Zeltlagern.
Der wichtigste Baustein ist aber der transparente und offene Umgang mit Regeln sowie das bewusste Schaffen von Raum für die Artikulation von Sorgen, Frust und Kummer. Auf unseren Lagern gibt es dafür unter anderem einen Kummerkasten, über den Kinder und Jugendliche anonym Hinweise, Sorgen oder Beobachtungen mitteilen können. Alles, was darin gemeldet wird, wird diskret behandelt, ernst genommen und verantwortungsvoll bearbeitet. Der „Lagerrat“ gibt jeweils zwei Kindern/Jugendlichen aus der eigenen Stufe die Möglichkeit, Anregungen oder Probleme in den Leiterkreis zu tragen.
Uns ist bewusst, dass Prävention ein fortlaufender Prozess ist, der Aufmerksamkeit, Reflexion und eine offene Kultur erfordert. Wir stehen für einen achtsamen, respektvollen Umgang miteinander und nicht nur dafür, dass sich jede*r, insbesondere Kinder und Jugendliche bei uns sicher fühlen können, sondern dies auch sind.
Wir möchten Raum geben eure Fragen zu beantworten und bieten daher für alle Mitglieder unseres Stammes, Eltern und sonstige Personen die folgenden Kontaktmöglichkeiten:
- Telefonisch und WhatsApp (Bearbeitung erfolgt durch ein Vorstandsmitglied):
+49 172 75 35 007 - Diskrete Kontaktmöglichkeit (Die Mail wird an keinen Verteiler weitergeleitet und erreicht zwei Vorstandsmitglieder unabhängig): isk@dpsg-cherusker.de
- Außenstehende Kontaktperson (Wenn Du dein Anliegen nicht direkt mit dem Vorstand klären möchtest, wird diese Mail direkt an unseren Elternvertreter weitergeleitet. Generelle Anfragen können hier nicht beantwortet werden): elternvertreter@dpsg-cherusker.de
- Per Mail direkt an den Vorstand: vorstand@dpsg-cherusker.de
Kontaktmöglichkeiten seitens DPSG:
- Website der DPSG mit verschiedenen Hilfsangeboten
- Die wichtigsten seien an dieser Stelle genannt: die Fachberatungsstelle FAX Kassel als Fachberatung bei sexualisierter Gewalt unter 056131749116 sowie das Hilfetelefon sexueller Missbrauch unter 0800 22 55 530. Die Möglichkeit der schriftlichen Onlineberatung ist hier zu finden.